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„Esslinger Welle“ von Tim Bengel feierlich enthüllt: Die Flamme im Herzen darf niemals erlöschen

Im Innenhof des neuen Landratsamts Esslingen ist die Großskulptur „Esslinger Welle“ von Tim Bengel feierlich enthüllt worden. Landrat Marcel Musolf und Kunstberater Dr. Tobias Wall würdigten das Werk als Meilenstein der Kunst am Bau – und als Zeichen, dass der Landkreis Kunst nicht als Dekoration, sondern als Teil des gesellschaftlichen Zusammenhalts versteht.

Für den Innenhof, Treffpunkt der Belegschaft nahe der Kantine, wurde bewusst kein fertiges Werk bestellt. Mehr als 50 regionale Künstlerinnen und Künstler bewarben sich. Die Beratungskommission Kunst wählte in zwei Stufen drei Entwürfe aus. Die Endentscheidung traf die Belegschaft: Über 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stimmten online ab. Bengels Entwurf lag klar vorn.

Technisch war der Hof anspruchsvoll: dunkle Wände, Blick von den oberen Stockwerken, darunter eine Tiefgarage. Flüssiges Wasser und Schrauben in den Wänden waren tabu. Bengel suchte deshalb eine helle, große Form, die dem Raum standhält – und die Lage am Neckar aufnimmt, ohne Wasser wirklich zu verwenden.

Die Skulptur soll beides sein: Neckarwelle und Flamme im Herzen des Landratsamts. Sie ist rund 4,5 Meter hoch, wiegt etwa 300 Kilogramm, das Fundament rund 1,7 Tonnen. Die Oberfläche ist teilweise hochglänzend, teilweise mattiert, um Tiefe zu erzeugen. Gegossen wurde sie in der Gießerei Straßacker in Süßen, aufgebaut mit der Bauunternehmung Fingerle. Der Transport auf dem Lkw löste unterwegs Staunen und Stau aus. Bis zur Enthüllung blieb das Werk verhüllt.

Für Bengel, in der Region aufgewachsen und international bekannt durch Sand-Gold-Bilder, das VfB-Trikot und die Stuttgarter Superkraut-Skulptur, war es die erste Bewerbung um ein Kunst-am-Bau-Projekt. Begleitend läuft ein achtminütiger abstrakter Film zur Entstehung, entstanden mit dem Karlsruher Filmemacher Zelda, im Loop auf den großen Bildschirmen im Haus.

Musolf und Wall stellten die Welle in die Tradition der Kreissammlung: Seit den 1970er-Jahren (Impuls von Landrat Braun, fortgeführt von Heinz Eininger) entstanden mehr als 1200 Werke, die bewusst bei den Beschäftigten hängen. Ergänzt wird das durch das Atelierstipendium im Dettinger. Im neuen Gebäude kommen das Foyer von Tobias Rehberger, Holzschnitte von Matthias Mansen und ab Oktober eine Mansen-Ausstellung hinzu. Die Kunst-am-Bau-Mittel sollen in einem mehrjährigen Prozess bis Anfang der 2030er-Jahre für Werke, Wechselausstellungen und Nachwuchsförderung eingesetzt werden.

Gäste waren unter anderem Kreisrätinnen und Kreisräte, Mitglieder der Kunstkommission, der Amtsvorgänger Heinz Eininger mit Gattin sowie Beschäftigte aus den Ämtern. Nach der Enthüllung folgte ein Get-together. Die Botschaft des Nachmittags blieb schlicht: Kunst im öffentlichen Raum soll Menschen zusammenbringen – im Hof, in der Pause und im Gespräch. Das Kunstwerk ist derzeit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. An einer Lösung, wie das Kunstwerk.

Die Enthüllung:

Tim Bengel im Gespräch mit Dr. Tobias Wall:

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