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Eine Antwort auf den Bischofsbericht 2026 von Herr Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl vom 03.07.2026

Link zum Bischofsbericht 2026.

Sehr geehrter Herr Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl,

Sie schreiben auf Seite 19 und 20 des Bischofsbrief:

„Die Sorge um den Erhalt der demokratischen Institutionen hängt elementar mit dem Erstarken der AfD zusammen. „

Meine Antwort: Die AfD ist eine legitime Partei Deutschlands. Die AfD ist die größte Partei und einzige tatsächlich relevante Opposition in diesem Land. Für viele Millionen Bürgerinnen und Bürger ist die AfD der einzige Grund, warum sie überhaupt noch an Wahlen teilnehmen. Die evangelische Kirche kann aus der Geschichte lernen, dass es zwei wesentliche Gründe für ihr Versagen gibt:
– ein zu loses Verhältnis zum Wort Gottes und
– ein zu enges Verhältnis mit den Regierungen
Umkehr ist gut, aber nur, wenn sie nicht nur mit Worten, sondern in der Tat erfolgt!
Die Stuttgarter Schulderklärung ist inhaltlich richtig, aber es bleibt ein Lippenbekenntnis, wenn nicht Taten folgen!
Kritisieren Sie die AfD aufgrund konkret Inhalte, aber nicht pauschal! Lassen Sie sich nicht vor den Karren der Regierung spannen – Ihre Mission ist es, den Karren Jesu zu ziehen und die Gemeinde Jesu vor den Gefahren in dieser Zeit zu schützen!
Auch wenn Sie es nicht glauben: Die AfD versteht sich als DIE erhaltenden Kraft unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung – gegen alle Erosionen, die seit Jahren vor unseren Augen stattfinden.

Sie schreiben weiter:
„Unverhohlen macht das Parteiprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt deutlich, dass im Falle einer 2/3-Mehrheit der AfD bei den Landtagswahlen im Herbst andere Zeiten für die demokratisch verfasste Gesellschaft anbrechen werden.“

Mein Kommentar: Aus welchem Programmpunkt entnehmen Sie, dass „andere Zeiten für die demokratisch verfasste Gesellschaft anbrechen werden“? Ich konnte dazu im Landtagswahlprogramm nichts finden!

…und weiter schreiben Sie:
„Auch die beiden Amtskirchen sollen den Zorn der AfD zu spüren bekommen. Den Einzug der Kirchensteuer will sie aussetzen und staatliche Leistungen massiv kürzen. Statt der Amtskirchen will sie die Freikirchen unterstützen, die ein konservativeres Familienbild haben. Auch hier zeigt sich ein zutiefst antidemokratischer Zug: Die AfD macht finanzielle Unterstützung davon abhängig, ob die Inhalte ihren Vorstellungen entsprechen oder nicht. Sollte es so kommen, ist nicht nur die demokratische Gesellschaft in ihrem Kern bedroht, sondern auch die evangelische Kirche.“

Mein Kommentar: Im Landtagswahlprogramm steht:
„Jedes Jahr zahlt das Land Sachsen-Anhalt den großen Kirchensteuerkirchen über 40 Millionen Euro Steuergeld als sogenannte „Staatsleistungen“. Diese Zahlungen sind letztlich eine Entschädigung für Kirchengüter, die 1803 enteignet wurden. Schon die 1919 in Kraft getretene Weimarer Reichsverfassung forderte, diese Staatsleistungen abzulösen, ohne dass dem nachgekommen worden wäre. Der ursprüngliche Grund – ein Rechtsakt des 1806 untergegangen Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation – ist nach realistischer Betrachtung längst erloschen. Die Geschäftsgrundlage ist mehrfach weggefallen. De facto haben sich die Staatsleistungen von einer Enteignungsentschädigung zu einer allgemeinen Kirchenförderung entwickelt. Wir werden uns dafür einsetzen, die Staatsleistungen im Rahmen einer grundlegenden Reform auch tatsächlich in diesem Sinne zu gestalten. Bei gleichbleibendem Gesamtvolumen sollen die Staatsleistungen allen christlichen Kirchen proportional zu ihrer Mitgliederzahl zugutekommen. Ihre Verwendung soll auf Kosten für geistliches Personal und den Erhalt der Gebäude beschränkt bleiben. Kirchen, die Staatsleistungen in Anspruch nehmen wollen, haben über die Verwendung der Mittel Rechenschaft abzulegen und ihren Gesamthaushalt offen zu legen.“

  1. Die Forderung, die Staatsleistungen abzulösen, ist nicht nur legitim, sie ist grundgesetzlich geboten: Art. 140 GG i. V. m. Art. 138 Abs. 1 WRV
  2. Sie sprechen vom „Zorn der AfD“? Sie sollten aus Respekt vor dem Grundgesetz, welches die Landesparlamente zur Neuordnung auffordert, so eine Wortwahl meiden!
  3. Dass die AfD die „Freikirchen unterstützen“ will, konnte ich so im Wahlprogramm nicht finden. Woraus schließen Sie das? Die Freikirchen haben eine solche Unterstützung auch gar nicht nötig, denn: die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Vielmehr hat die AfD die Unterstützung durch Freikirchen von Nöten, nämlich dass wir durch die Gebete der Heiligen geschützt und gestärkt werden, denn „wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt!“
  4. Die Bedrohung der demokratischen Gesellschaft geht vor allem von einem alles durchdringenden Parteiensystem aus, welches Regierungen, Organisationen, Vereine, Medienanstalten und leider auch Kirchen korrumpiert. Die einzige Bedrohung der evangelische Kirche geht allein von der Verwerfung des Wortes Gottes aus. Kirche Jesu Christi kann nicht überwunden werden.

Sehr geehrter Herr Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl,

der Niedergang der evangelischen Kirche ist hausgemacht. Ihre Aufgabe ist es, das Evangelium in eine verlorene Welt zu sprechen und die zu sammeln, die sich rufen lassen. Ihre Aufgabe ist es nicht, die Opposition pauschal zu verurteilen, schon gar nicht mit einer unverantwortlichen Wortwahl und Rhetorik. Sie tragen nicht nur Mitverantwortung an dem Niedergang der evangelischen Kirche, Sie sind auch Mitförderer der gesellschaftlichen Spaltung!

Die Alternative für Deutschland steht für den Erhalt unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung, für Meinungsfreiheit, für Glaubensfreiheit und für die Trennung von Staat und Kirche. Um des Staates und um der Gemeinde Jesu willen!

Wir stehen gegen jede gesellschaftliche Spaltung, sei es in Alt und Jung, Mann und Frau, Ost und West, Links und Rechts, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Gläubige und Ungläubige, etc.
Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.
Und: niemand darf wegen eines dieser Gründe gesellschaftlich ausgegrenzt werden.

Für die Beantwortung meiner Fragen bedanke ich mich im Voraus. Für ein Gespräch bin ich gerne bereit.

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