Mein Kommentar zum Interview „Wir sind die Normalen“: Wie ein AfDler den Spieß umdreht
Am 03.09.2026 erschien im Staatsanzeiger ein Interview mit mir unter dem Titel: „Wir sind die Normalen“: Wie ein AfDler den Spieß umdreht (Bezahlschranke).
Der Artikel fasst ein 2 Stunden langes Gespräch zwischen Michael Schwarz vom Staatsanzeiger und mir zusammen, welches am 18.08.2026 von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr im Beisein des Fotografen Achim Zweygarth im NALI Coffee & Eatery – Cafe am Rathausplatz in Esslingen stattgefunden hat.
Gut: Alles, was im Artikel steht, wurde in etwa so gesagt.
Was nächstes Mal noch präziser ausgeführt werden könnte:
1) Warum ich den Etablierten jede Schandtat zutraue
Michael Schwarz schreibt: Köthe fürchtet nämlich, dass die politische Konkurrenz eine Niederlage in Sachsen-Anhalt nicht akzeptieren wird. „Ich traue denen wirklich jede Schweinerei dieser Welt zu“.
Stephan Köthe: Was Michael Schwarz nicht schreibt, was ich aber gesagt habe: 4 Monate Landtag haben mir gezeigt, dass die etablierten Parteien in einem schlimmen Zustand sind: Es geht nicht darum, den Bürgerwillen zu tun, es geht ausschließlich um Machterhalt. Wer sich so verhält, wie die etablierten Parteien im Landtag von Baden-Württemberg, der hat jeden Skrupel überwunden, der hat sein Gewissen ausgeschaltet:
– Chronologie der Repressionen gegen die Opposition im Landtag von Baden-Württemberg
– Die Diskrepanz zwischen dem Bürgerwillen (Wahlergebnis) und der parlamentarischen Umsetzung
2) Wie der Aufruf von Ministerpräsident Cem Özdemir zur Gewalt gegen die AfD funktioniert:
Michael Schwarz schreibt: Der gebürtige Esslinger war dabei, als Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) auf der Stallwächterparty am 9. Juli in Berlin kaum verklausuliert vor Wahlerfolgen der AfD warnte, es sei ein „Aufruf an alle rechtschaffenen Bürger, jetzt aktiv zu werden“ gewesen, ein „Aufruf zur Gewalt“, gerichtet gegen die größte Oppositionspartei im Landtag von Baden-Württemberg. Dafür liefert er allerdings keine Belege. Tatsächlich hat Özdemir niemals zu Gewalt aufgerufen. Und ist auch kein radikaler Linker; er steht innerhalb der Grünen für den pragmatischen, fast konservativen Teil.“
Stephan Köthe: Nicht der Warnung vor den Wahlerfolgen der AfD ist kritisch, sondern: Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) sagte auf der Stallwächterparty am 9. Juli 2026: „Wir hatten einen Betriebsunfall und Leute, die für eine Ideologie stehen, die wir vor 1945 schon mal hatten, da sind wir alle in der Verantwortung…“
GG 20 Absatz 4: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) markiert uns als „Leute, die für eine Ideologie stehen, die wir vor 1945 schon mal hatten“ – und das politische Vorfeld der Regierungsparteien kann das als Aufruf zum Widerstand auffassen.
Und das tut sie auch: Die AfD ist die Partei, gegen die mit Abstand am meisten gewalttätige Straftaten durchgeführt werden – mehr als gegen alle Parteien zusammen:

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/angriffe-parteimitglieder-politiker-statistik-100.html
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der erste AfD-Politiker getötet wird – der Täter kann sich auf Ministerpräsident Cem Özdemir berufen, der gesagt hat, dass wir „Leute, sind die für eine Ideologie stehen, die wir vor 1945 schon mal hatten“.
Tatsächlich sind wir die „Leute, die mit ihrem Leben dafür einstehen, dass totalitäre Ideologien, sei es Sozialismus, sei es Islamismus, keinen Millimeter Raum in Deutschland bekommen! Nie wieder ist jetzt!“
3) Was Ministerpräsident Cem Özdemir „Verrücktes“ tun könnte
Michael Schwarz schriebt: Seine größte Angst bestehe darin, dass Özdemir „auf irgendwas Verrücktes kommt“. Auch das klingt seltsam. Manchmal hat man den Eindruck, dass Köthe in einer Parallelwelt lebt.
Stephan Köthe: Was Michael Schwarz nicht schreibt, was ich aber gesagt habe: Cem Özdemir verfügt über eine 2/3 Mehrheit im Landtag. Er kann jederzeit die Landesverfassung ändern. Ein Mann, der uns als Nazis bezeichnet, der uns aus allen möglichen Ausschüssen ausschließt, der alleine mit der CDU den Verfassungsschutz kontrolliert (es gibt keine Opposition im Parlamentarischen Kontrollgremium), der die größte Oppositionspartei delegitimiert, ja, sogar ein Verbot der AfD fordert, so eine Mann ist eine Gefahr für die freiheitliche demokratische Grundordnung, der ist für das Amt des Ministerpräsidenten ungeeignet.
4) Die CDU ist verloren
Michael Schwarz schriebt: Seine Hoffnung ist, dass die Rechten in der CDU zur Besinnung kommen und mit der AfD kooperieren. Noch sei die Kanzlerpartei allerdings „die größte Vernichtung von konservativen Stimmen, die es gibt“.
Stephan Köthe: Was ich gesagt habe: Die CDU ist größte Vernichtung von konservativen Stimmen, die es gibt – weil die konservativen Stimmen in der CDU in der klaren Minderheit sind. Jede Stimme für die CDU wird innerhalb der CDU von links/grünen Mehrheiten für links/grüne Politik genutzt. Deshalb gibt es im Bund die Koaliton aus CDU und SPD und im Land Baden-Württemberg die Koalition aus CDU und Grüne. Das ist kein Widerspruch, das ist kein Spagat, das entspricht dem Mehrheitswillen innerhalb der CDU. Die CDU ist links, deswegen wird sie untergehen. Ich habe keine Hoffnung auf eine Koalition mit der CDU. Die Mehrheit in der CDU ist inkompatibel mit den Werten der AfD. Wir sind die einzige rechte Partei Deutschlands.

